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Jenseits der Molaren - Zahnmedizin oder Zahn-Heilkunde,
Books on Demand, 2008
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Dr. Dietrich Volkmer, Am Haag 13, 65812 Bad Soden / Taunus
Tel 06196 - 29919
   

 

Der Zahnschmerz - eine Übersicht

 

 

Statistisch gesehen ist für jeden Menschen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, einmal im Leben Bekanntschaft mit diesem unerquicklichen Phänomen namens Zahnschmerz zu machen. Immerhin sind es bis zu 32 Zähne (in Ausnahmefällen können es ein paar mehr sein), die den Mundraum bevölkern und daher dem Schmerzereignis ausgesetzt sein können. Da jeder Zahn ein Individuum ist, stellen die Zähne als solche das am meisten im Menschen vertretene Organ dar.
Schmerzen können überall im Körper auftreten, aber niemand kommt auf die Idee, sich darüber lustig zu machen. Nur der Zahnschmerz ist Ziel von Spott und Karikaturen. Wer kennt sie nicht, diese im Grunde bedauernswerten Kreaturen, ein Tuch senkrecht um Kopf und Kinn gewickelt, oben verknotet, in zwei abstehenden Zipfeln auslaufend, das Auge auf der Schmerzseite halb geschlossen und die jeweilige Hand schützend-lindernd auf das betroffene Gebiet aufgelegt. Wilhelm Busch läßt grüßen.
Diese Bilder gehören zwar der Vergangenheit an, aber die Pein als solche überfällt nach wie vor den Menschen. Schlimm muß es sein, unerträglich manchmal, quälend. Schon zweimal habe ich in meiner Praxis von weiblichen Patienten den Ausspruch gehört: Lieber noch einmal eine Geburt erleben als so eine unerträgliche Qual.

Schmerzqualitäten
Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Er kommt in den verschiedensten, nur vom Betroffenen selbst zu beschreibenden Formen daher.
Der Zahnschmerz kann sein
" Klopfend
" Pochend, teilweise im Pulsrhythmus
" Ziehend
" Stechend
Von der Dauer her sind ebenfalls Variationen möglich
" Lang anhaltend
" Einschiessend, blitzartig
" In Intervallen
Für unsere Betrachtungen und vor allem für die Therapie ist noch eines wichtig
" Schmerzt das Zahngebiet bei Kälte, kaltem Wind oder Zugluft?
" Wird der Schmerz verstärkt durch warme Getränke?
Interpretationen wie "unerträglich", "nicht auszuhalten" oder "wahnsinnig" mögen aus der Sicht des Betroffenen sicher verständlich sein, dienen aber wegen ihrer allzu subjektiven Einfärbung in der Praxis nicht zur Abklärung der Ursache(n).
Eine weitere Differenzierung ist notwendig, was die Art der Beschwerden betrifft
" Akuter Schmerz. Dies dürfte der eigentlich Zahnschmerz sein, der den Menschen trifft und ihn dermaßen aus der Bahn wirft, dass er zu keiner anderen Tätigkeit mehr in der Lage ist
" Chronischer Schmerz. Er hat einen völlig anderen Charakter, lauert mehr im Hintergrund und wird so wie ein ständiges "Grummeln" empfunden. Von der Stärke her kann er ebenfalls variieren. Sie werfen den Patienten zwar nicht aus der Bahn, werden aber wegen ihrer Daueranwesenheit als störend, nervend und ablenkend empfunden. Die Konzentration auf das Wesentliche wird dadurch erschwert.

Abgrenzung zur Trigeminus-Neuralgie
Vor der Betrachtung der Ursachen des Zahnschmerzes erscheint eine Abgrenzung zur Trigeminus-Neuralgie wichtig, da gerade bei dieser Differential-Diagnose in ärztlichen, zahnärztlichen, besonders in neurologischen Praxen unglaublich oberflächlich diagnostiziert und dementsprechend therapiert wird.
Die Symtome der genuinen Trigeminus-Neuralgie setze ich weitgehend als bekannt voraus: Der außerordentlich kurze einschießende Schmerz, der den Menschen wie ein Blitz überfällt, ausgelöst oft durch Berührung, Druck, Niesen, Zähneputzen, ja schon das Streicheln durch den Partner kann diesen Effekt auslösen.
Wenn also ein Patient in einer Praxis mit einem Dauerschmerz erscheint, dann kann sich per definitionem nicht und nie um eine Trigeminus-Neuralgie handeln. Hier mssen offenbar andere Ursachen und Auslöser vorliegen.
Bei einer Trigeminus-Neuralgie handelt es sich um eine Betroffenheit des Nerven selbst, in der Anamnese sind häufig Varizellen- oder Herpes-zoster-Belastungen eruierbar. Dieser Virus hat aus bislang unbekannten Gründen eine Affinität zum Nervus trigeminus.
Im anderen Fall ist der Trigeminus-Nerv gesund. Er erfüllt ausschließlich seine naturgegebene Aufgabe, nämlich die Zentrale, das Gehirn, zu informieren, daß an der Peripherie etwas nicht stimmt. Mehr nicht.
Niemand wird auf die abstruse Idee kommen, den Briefträger zu beschimpfen oder gar zu schlagen, weil er einen unangenehmen Steuerbescheid vom Finanzamt oder die Gebührenrechnung für zu schnelles Fahren überbringt. Er tut ja nur seine Pflicht.
In der Medizin ist diese perverse Einstellung aber Praxisalltag.
Man fragt nicht nach den Ursachen, sondern man bestraft den Unschuldigen, im Klartext der Nerv wird behandelt, meist mit nebenwirkungsbefrachteten Allopathika.

Ursachen des Schmerzes
Im Volksmund wird alles durcheinandergemengt, wenn es irgendiwie aus der Zahn- der Kiefergegend kommt. Daß die Zähne einen Nerv haben, hat sich wohl weitgehend herumgesprochen. Dieser ist der Übeltäter und daher muß man ihm irgendwie beikommen.
Aus fachlicher Sicht kann ein Schmerz verschiedene Ursachen haben
" Eine Irritation der Zahnpulpa, sei es eine nur Hyperämie, eine akute Pulpitis oder gar eine Gangrän der Pulpa. Zur Differential-Diagnose: Ein Schmerz auf warme und heiße Getränke weist immer auf eine gangränöse, also bereits zerfallene Pulpa hin
" Eine Entzündung des Zahnbettes (man gestatte mir den etwas unmodernen Ausdruck, aber damit vermeide ich so mechanistisch anmutende Formulierungen wie Zahnhalteapparat)
" Schmerzen bei oder nach Wurzelbehandlungen oder Wurzelspitzenresektionen
" Entzündungen von Extrakionswunden (dolor post extractionem)
" Entzündungen im Kieferknochen
Besonders schwierig wird es, wenn mehrere Problemzonen direkt nebeneinander liegen. In solchen Fällen kann oft die Elektroakupunktur oder das Vegatest - Verfahren weiterhelfen.
Gar nicht so selten werde ich mt Patienten konfrontiert, die unerklärliche Schmerzen hatten und bei denen aus Hilflosigkeit ein Zahn nach dem anderen einer Wurzelbehandlung unterzogen wurde, oft folgte noch eine Wurzelspitzenresektion oder schlußendlich eine Extraktion. Aber die Schmerzen blieben, verändert zwar, aber immer präsent.

Zu den einzelnen Ursachen
Zahnpulpa
Was macht egentlich einen Zahnschmerz, wenn es um eine Entzündung der Pulpa geht, so ungeheuer unerträglich?
Es liegt einfach an der Anatomie. Eine Entzündung weist generell folgende fünf Faktoren auf:
" Rubor (Rötung)
" Calor (Wärme, Hitze)
" Tumor (Schwellung)
" Dolor (Schmerz)
" Hinzu kommt noch als fünftes Element die Functio laesa
Die Zahnpulpa sitzt in einer Höhle. Eine Möglichkeit zur Schwellung mit verbundener Wärme und Rötung ist daher nicht möglich. Der aber zwangsweise dadurch entstehende Druck ist es, der den Schmerz so grell werden läßt. In meinem Buch "Schmerztherapie und Biologische Zahnheilkunde" bin ich ausführlicher, vor allem mit Grafiken auf dese Problematik eingegangen.
Der Druck in der geschlossenen Pulpahöhle kann sich ausschließlich in Richtung Kieferknochen entfalten, ein Umstand, der einen solchen Zahn länger erscheinen läßt, da man ihn beim Zusammenbeißen zuerst "trifft".

Zahnbett
Ein Röntgenbild ist in solchen Fällen hilfreich, da es die Strukturen aufzeigt. Generelle Parodontose und lokaler Rückgang des Kieferknochens schaffen Zahnfleisch- und Knochentaschen, die sich infizieren können. Schließlich ist die Mundhöhle kein steriler Raum, sondern Bakterien und Candida-Keime sind häufige "Gäste"
Eine tiefe Zahn- oder Knochentasche kann ohne weiteres nicht mehr gereinigt werden, in der Tiefe bilden sich sogenannte anaerobe Bakterien aus, die besonders schmerzhafte Infekte generieren können.

Avitale (wurzelbehandelte) Zähne
Immer wieder höre ich den Satz: Dieser Zahn kann doch eigentlich nicht mehr wehtun, er ist doch tot !
Einmal sitzt der Zahn noch immer in eimem lebendigen Kieferknochen, und zum zweiten ist die Wurzelfüllung häufig unvollständg. Das bedeutet: Im verbliebenen Rest sitzen noch immer Bakterien, die sich in Form einer Entzündung oder als Schmerzen bemerkbar machen können.
Leider greift man dann zu einem, wie man glaubt, probaten Mittel: Es wird eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt. In den meisten Fällen bleibt der Schmerz.
Was kann die Ursache sein?
Die Spezialisierung bringt es mit sich, daß Fachärzte nur noch ihren eigenen, kleinen, fachbezogenen Bereich sehen und den Gesamtmenschen aus dem Auge verloren haben. Die in der biologischen Medizin seit langen bekannte und akzeptierte Erkenntnis, daß im Organismus alles mit allem zusammenhängt, ist ihnen nicht bekannt, oder noch schlimmer: da es keine wie auch immer gearteten schulmedizinischen oder wissenschaftlichen Beweise gibt, wird es abgelehnt.
Wenn also ein Zahn trotz sicherlich schulmedizinisch gutgemeinter Therapie keine Ruhe gibt, muß es weiterführende Gründe dafür geben. In solchen Fällen ist das Wissen um die Resonanzketten von Bedeutung. Ein Zahn, oder verwenden wir einmal das von Dr. Voll geprägte Wort Odonton, das mit enem kranken oder geschwächten Organ zusammenhängt, wird seinerseits durch dieses Organ in seinem "Befinden" oder seiner Regeneration gestört wenn nicht sogar behindert.

Beschwerden nach Extraktionen
Es ist nachgerade erstaunlich, dass im Mund mit seinem nicht gerade sterilen Milieu überhaupt etwas heilen kann. Aber der Praxisalltag zeigt uns, daß die Natur offenbar dazu in der Lage ist.
Leider nicht mmer. Es kommt oft vor, besonders im hinteren Zahnbereich, dass Wunden nicht vollbluten, sich also kein Blutkoagulum bildet, und nicht heilen.
Meistens sind es avitale Zähne oder Zähne, die zuvor schon Probleme gemacht haben.
Dieser sogenannte dolor post extractionem ist äußerst unangenehm und muß vom Zahnarzt durch Einlagen von Tamponade-Streifen behandelt werden, um eine weitere Infektion des freiliegenden Kieferknochens zu verhindern.

Entzündungen im Kiefer
Gerade nach schlecht Wundheilungsverläufen kann im Kiefer eine chronische Kieferostitis oder persisitierende Ostitis (Fachjargon: Restostitis zurückbleiben. In der Regel hat sich nach der Extraktion oder Operation kein normaler Kieferknochen gebildet, sondern nur ein minderwertiges Granulationsgewebe, in dem sich Bakterien, meist hämolysierende Streptokokken, befinden.
Im Sinn der Resonanzketten kann sich diese Region bei Erkrankung eines korrespondierenden Organs entzünden. Bei der Befragung des Patienten ist daher immer wichtig, nach der Vorgeschichte dieser Zahnregion zu fragen - oft bringt die Erinnerung dann die wichtigen Zusammenhänge hervor.

Soweit in Form einer Übersicht zum Thema des Zahnschmerzes und seines ursachenmäßigen Umfeldes.


Literatur:
Volkmer, D., Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen Praxis >>>
Volkmer, D., Jenseits der Molaren - Zahnmedizin oder Zahn-Heilkunde, 2007 >>>
Volkmer, D., Schmerz-Therapie und Biologische Zahn-Heilkunde, 1999, CoMed-Verlag >>>
Volkmer, D., Homöopathie - die sanfte (Zahn)Heilkunde, 2002, CoMed-Verlag >>>

Literatur zur Intensivierung der Informationen


Dietrich Volkmer, Herd, Focus, Störfeld - Beiträge zu einem brennenden Thema
Verlag Books on Demand, 2005, ISBN ISBN 3833426950
Preis 17.50 EUR
In diesem Buch wird ausführlich die Bedeutung von Störfeldern in mehrerer Hinsicht beschrieben. Ferner werden die einzelnen Störfelder im Menschen einer kritischen Betrachtung unterzogen.
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Dietrich Volkmer, Mars im Spiegel - Mythologisch bissliche Betrachtungen
Verlag Books on Demand, ISBN 9783833004452, 19.50 EUR, 3. überarbeitete und neugestaltete Auflage Ende 2008
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Dietrich Volkmer, Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen Praxis, Spitta-Verlag, 2007, ISBN 978-3-938509-45-6, 39.80 EUR, 298 Seiten
Das erste Buch für den tätigen Zahnarzt, in dem die verschiedenen Bereiche Einzelmittel- und Komplexmittel-Homöopathie, Schüssler-Salze, Bach-Blüten, Spagyrik, Homotoxin-Lehre etc zusammengefasst sind
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Dietrich Volkmer, Jenseits der Molaren - Zahnmedizin oder Zahn-Heilkunde,
ISBN 9783837058468 Books on Demand, 2008, 22.50 EUR

Dieses Buch ist die völlig überarbeitete und an den Stand der Zeit angepasste Neuauflage des gleichnamigen Buches, das vor 20 Jahren erschien. Ein Buch zum Nach-Denken und zum Um-Denken.
Von seiner Thematik ist es für Patienten und Fachleute gleichermassen interessant und hilfreich. Näheres: www.literatur-drvolkmer.de


Wichtige Literatur

Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen Praxis >>>

Homöopathie - die
sanfte
(Zahn)Heilkunde >>>

Herd, Focus, Störfeld
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Zähne natürlich
gesund erhalten >>>

Für Fortgeschrittene und psychologisch Interessierte:
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