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Statistisch gesehen
ist für jeden Menschen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, einmal im
Leben Bekanntschaft mit diesem unerquicklichen Phänomen namens Zahnschmerz
zu machen. Immerhin sind es bis zu 32 Zähne (in Ausnahmefällen
können es ein paar mehr sein), die den Mundraum bevölkern und
daher dem Schmerzereignis ausgesetzt sein können. Da jeder Zahn ein
Individuum ist, stellen die Zähne als solche das am meisten im Menschen
vertretene Organ dar.
Schmerzen können überall im Körper auftreten, aber niemand
kommt auf die Idee, sich darüber lustig zu machen. Nur der Zahnschmerz
ist Ziel von Spott und Karikaturen. Wer kennt sie nicht, diese im Grunde
bedauernswerten Kreaturen, ein Tuch senkrecht um Kopf und Kinn gewickelt,
oben verknotet, in zwei abstehenden Zipfeln auslaufend, das Auge auf der
Schmerzseite halb geschlossen und die jeweilige Hand schützend-lindernd
auf das betroffene Gebiet aufgelegt. Wilhelm Busch läßt grüßen.
Diese Bilder gehören zwar der Vergangenheit an, aber die Pein als
solche überfällt nach wie vor den Menschen. Schlimm muß
es sein, unerträglich manchmal, quälend. Schon zweimal habe
ich in meiner Praxis von weiblichen Patienten den Ausspruch gehört:
Lieber noch einmal eine Geburt erleben als so eine unerträgliche
Qual.
Schmerzqualitäten
Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Er kommt in den verschiedensten, nur
vom Betroffenen selbst zu beschreibenden Formen daher.
Der Zahnschmerz kann sein
" Klopfend
" Pochend, teilweise im Pulsrhythmus
" Ziehend
" Stechend
Von der Dauer her sind ebenfalls Variationen möglich
" Lang anhaltend
" Einschiessend, blitzartig
" In Intervallen
Für unsere Betrachtungen und vor allem für die Therapie ist
noch eines wichtig
" Schmerzt das Zahngebiet bei Kälte, kaltem Wind oder Zugluft?
" Wird der Schmerz verstärkt durch warme Getränke?
Interpretationen wie "unerträglich", "nicht auszuhalten"
oder "wahnsinnig" mögen aus der Sicht des Betroffenen sicher
verständlich sein, dienen aber wegen ihrer allzu subjektiven Einfärbung
in der Praxis nicht zur Abklärung der Ursache(n).
Eine weitere Differenzierung ist notwendig, was die Art der Beschwerden
betrifft
" Akuter Schmerz. Dies dürfte der eigentlich Zahnschmerz sein,
der den Menschen trifft und ihn dermaßen aus der Bahn wirft, dass
er zu keiner anderen Tätigkeit mehr in der Lage ist
" Chronischer Schmerz. Er hat einen völlig anderen Charakter,
lauert mehr im Hintergrund und wird so wie ein ständiges "Grummeln"
empfunden. Von der Stärke her kann er ebenfalls variieren. Sie werfen
den Patienten zwar nicht aus der Bahn, werden aber wegen ihrer Daueranwesenheit
als störend, nervend und ablenkend empfunden. Die Konzentration auf
das Wesentliche wird dadurch erschwert.
Abgrenzung zur Trigeminus-Neuralgie
Vor der Betrachtung der Ursachen des Zahnschmerzes erscheint eine Abgrenzung
zur Trigeminus-Neuralgie wichtig, da gerade bei dieser Differential-Diagnose
in ärztlichen, zahnärztlichen, besonders in neurologischen Praxen
unglaublich oberflächlich diagnostiziert und dementsprechend therapiert
wird.
Die Symtome der genuinen Trigeminus-Neuralgie setze ich weitgehend als
bekannt voraus: Der außerordentlich kurze einschießende Schmerz,
der den Menschen wie ein Blitz überfällt, ausgelöst oft
durch Berührung, Druck, Niesen, Zähneputzen, ja schon das Streicheln
durch den Partner kann diesen Effekt auslösen.
Wenn also ein Patient in einer Praxis mit einem Dauerschmerz erscheint,
dann kann sich per definitionem nicht und nie um eine Trigeminus-Neuralgie
handeln. Hier mssen offenbar andere Ursachen und Auslöser vorliegen.
Bei einer Trigeminus-Neuralgie handelt es sich um eine Betroffenheit des
Nerven selbst, in der Anamnese sind häufig Varizellen- oder Herpes-zoster-Belastungen
eruierbar. Dieser Virus hat aus bislang unbekannten Gründen eine
Affinität zum Nervus trigeminus.
Im anderen Fall ist der Trigeminus-Nerv gesund. Er erfüllt ausschließlich
seine naturgegebene Aufgabe, nämlich die Zentrale, das Gehirn, zu
informieren, daß an der Peripherie etwas nicht stimmt. Mehr nicht.
Niemand wird auf die abstruse Idee kommen, den Briefträger zu beschimpfen
oder gar zu schlagen, weil er einen unangenehmen Steuerbescheid vom Finanzamt
oder die Gebührenrechnung für zu schnelles Fahren überbringt.
Er tut ja nur seine Pflicht.
In der Medizin ist diese perverse Einstellung aber Praxisalltag.
Man fragt nicht nach den Ursachen, sondern man bestraft den Unschuldigen,
im Klartext der Nerv wird behandelt, meist mit nebenwirkungsbefrachteten
Allopathika.
Ursachen des Schmerzes
Im Volksmund wird alles durcheinandergemengt, wenn es irgendiwie aus der
Zahn- der Kiefergegend kommt. Daß die Zähne einen Nerv haben,
hat sich wohl weitgehend herumgesprochen. Dieser ist der Übeltäter
und daher muß man ihm irgendwie beikommen.
Aus fachlicher Sicht kann ein Schmerz verschiedene Ursachen haben
" Eine Irritation der Zahnpulpa, sei es eine nur Hyperämie,
eine akute Pulpitis oder gar eine Gangrän der Pulpa. Zur Differential-Diagnose:
Ein Schmerz auf warme und heiße Getränke weist immer auf eine
gangränöse, also bereits zerfallene Pulpa hin
" Eine Entzündung des Zahnbettes (man gestatte mir den etwas
unmodernen Ausdruck, aber damit vermeide ich so mechanistisch anmutende
Formulierungen wie Zahnhalteapparat)
" Schmerzen bei oder nach Wurzelbehandlungen oder Wurzelspitzenresektionen
" Entzündungen von Extrakionswunden (dolor post extractionem)
" Entzündungen im Kieferknochen
Besonders schwierig wird es, wenn mehrere Problemzonen direkt nebeneinander
liegen. In solchen Fällen kann oft die Elektroakupunktur oder das
Vegatest - Verfahren weiterhelfen.
Gar nicht so selten werde ich mt Patienten konfrontiert, die unerklärliche
Schmerzen hatten und bei denen aus Hilflosigkeit ein Zahn nach dem anderen
einer Wurzelbehandlung unterzogen wurde, oft folgte noch eine Wurzelspitzenresektion
oder schlußendlich eine Extraktion. Aber die Schmerzen blieben,
verändert zwar, aber immer präsent.
Zu den einzelnen Ursachen
Zahnpulpa
Was macht egentlich einen Zahnschmerz, wenn es um eine Entzündung
der Pulpa geht, so ungeheuer unerträglich?
Es liegt einfach an der Anatomie. Eine Entzündung weist generell
folgende fünf Faktoren auf:
" Rubor (Rötung)
" Calor (Wärme, Hitze)
" Tumor (Schwellung)
" Dolor (Schmerz)
" Hinzu kommt noch als fünftes Element die Functio laesa
Die Zahnpulpa sitzt in einer Höhle. Eine Möglichkeit zur Schwellung
mit verbundener Wärme und Rötung ist daher nicht möglich.
Der aber zwangsweise dadurch entstehende Druck ist es, der den Schmerz
so grell werden läßt. In meinem Buch "Schmerztherapie
und Biologische Zahnheilkunde" bin ich ausführlicher, vor allem
mit Grafiken auf dese Problematik eingegangen.
Der Druck in der geschlossenen Pulpahöhle kann sich ausschließlich
in Richtung Kieferknochen entfalten, ein Umstand, der einen solchen Zahn
länger erscheinen läßt, da man ihn beim Zusammenbeißen
zuerst "trifft".
Zahnbett
Ein Röntgenbild ist in solchen Fällen hilfreich, da es die Strukturen
aufzeigt. Generelle Parodontose und lokaler Rückgang des Kieferknochens
schaffen Zahnfleisch- und Knochentaschen, die sich infizieren können.
Schließlich ist die Mundhöhle kein steriler Raum, sondern Bakterien
und Candida-Keime sind häufige "Gäste"
Eine tiefe Zahn- oder Knochentasche kann ohne weiteres nicht mehr gereinigt
werden, in der Tiefe bilden sich sogenannte anaerobe Bakterien aus, die
besonders schmerzhafte Infekte generieren können.
Avitale (wurzelbehandelte)
Zähne
Immer wieder höre ich den Satz: Dieser Zahn kann doch eigentlich
nicht mehr wehtun, er ist doch tot !
Einmal sitzt der Zahn noch immer in eimem lebendigen Kieferknochen, und
zum zweiten ist die Wurzelfüllung häufig unvollständg.
Das bedeutet: Im verbliebenen Rest sitzen noch immer Bakterien, die sich
in Form einer Entzündung oder als Schmerzen bemerkbar machen können.
Leider greift man dann zu einem, wie man glaubt, probaten Mittel: Es wird
eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt. In den meisten Fällen
bleibt der Schmerz.
Was kann die Ursache sein?
Die Spezialisierung bringt es mit sich, daß Fachärzte nur noch
ihren eigenen, kleinen, fachbezogenen Bereich sehen und den Gesamtmenschen
aus dem Auge verloren haben. Die in der biologischen Medizin seit langen
bekannte und akzeptierte Erkenntnis, daß im Organismus alles mit
allem zusammenhängt, ist ihnen nicht bekannt, oder noch schlimmer:
da es keine wie auch immer gearteten schulmedizinischen oder wissenschaftlichen
Beweise gibt, wird es abgelehnt.
Wenn also ein Zahn trotz sicherlich schulmedizinisch gutgemeinter Therapie
keine Ruhe gibt, muß es weiterführende Gründe dafür
geben. In solchen Fällen ist das Wissen um die Resonanzketten von
Bedeutung. Ein Zahn, oder verwenden wir einmal das von Dr. Voll geprägte
Wort Odonton, das mit enem kranken oder geschwächten Organ zusammenhängt,
wird seinerseits durch dieses Organ in seinem "Befinden" oder
seiner Regeneration gestört wenn nicht sogar behindert.
Beschwerden nach Extraktionen
Es ist nachgerade erstaunlich, dass im Mund mit seinem nicht gerade sterilen
Milieu überhaupt etwas heilen kann. Aber der Praxisalltag zeigt uns,
daß die Natur offenbar dazu in der Lage ist.
Leider nicht mmer. Es kommt oft vor, besonders im hinteren Zahnbereich,
dass Wunden nicht vollbluten, sich also kein Blutkoagulum bildet, und
nicht heilen.
Meistens sind es avitale Zähne oder Zähne, die zuvor schon Probleme
gemacht haben.
Dieser sogenannte dolor post extractionem ist äußerst unangenehm
und muß vom Zahnarzt durch Einlagen von Tamponade-Streifen behandelt
werden, um eine weitere Infektion des freiliegenden Kieferknochens zu
verhindern.
Entzündungen
im Kiefer
Gerade nach schlecht Wundheilungsverläufen kann im Kiefer eine chronische
Kieferostitis oder persisitierende Ostitis (Fachjargon: Restostitis zurückbleiben.
In der Regel hat sich nach der Extraktion oder Operation kein normaler
Kieferknochen gebildet, sondern nur ein minderwertiges Granulationsgewebe,
in dem sich Bakterien, meist hämolysierende Streptokokken, befinden.
Im Sinn der Resonanzketten kann sich diese Region bei Erkrankung eines
korrespondierenden Organs entzünden. Bei der Befragung des Patienten
ist daher immer wichtig, nach der Vorgeschichte dieser Zahnregion zu fragen
- oft bringt die Erinnerung dann die wichtigen Zusammenhänge hervor.
Soweit in Form einer
Übersicht zum Thema des Zahnschmerzes und seines ursachenmäßigen
Umfeldes.
Literatur:
Volkmer, D., Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen
Praxis >>>
Volkmer, D., Jenseits der Molaren - Zahnmedizin oder Zahn-Heilkunde, 2007
>>>
Volkmer, D., Schmerz-Therapie und Biologische Zahn-Heilkunde, 1999, CoMed-Verlag
>>>
Volkmer, D., Homöopathie - die sanfte (Zahn)Heilkunde, 2002, CoMed-Verlag
>>>
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Literatur
zur Intensivierung der Informationen
Dietrich Volkmer, Herd, Focus, Störfeld - Beiträge
zu einem brennenden Thema
Verlag Books on Demand, 2005, ISBN ISBN 3833426950
Preis 17.50 EUR
In diesem Buch wird ausführlich die Bedeutung von Störfeldern
in mehrerer Hinsicht beschrieben. Ferner werden die einzelnen Störfelder
im Menschen einer kritischen Betrachtung unterzogen.
Das Buch ist für Laien und Fachleute gleichermassen interessant.
In jeder Buchhandlung erhältlich oder bei Amazon.de www.amazon.de
Weitere Bücher des Autoren sowie eine genaue Inhaltsangabe
dieses Buches finden Sie unter www.literatur-drvolkmer.de
Dietrich
Volkmer, Mars im Spiegel - Mythologisch bissliche Betrachtungen
Verlag Books on Demand, ISBN 9783833004452, 19.50 EUR, 3. überarbeitete
und neugestaltete Auflage Ende 2008
in jeder Buchhandlung erhältlich oder bei Amazon.de www.amazon.de
Nach langer Abwesenheit auf dem Buchmarkt nunmehr wieder erhältlich.
Es ist der Zusammenhang zwischen dem Einzelzahn und der Symbolik
/ Psyche, die dieses Buch erstmalig beschreibt. Ein wichtiges Buch
für alle, die nicht nur mit vordergründigem Wissen zufrieden
sind Näheres: www.literatur-drvolkmer.de
Dietrich
Volkmer, Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen
Praxis, Spitta-Verlag, 2007, ISBN 978-3-938509-45-6, 39.80 EUR,
298 Seiten
Das erste Buch
für den tätigen Zahnarzt, in dem die verschiedenen Bereiche
Einzelmittel- und Komplexmittel-Homöopathie, Schüssler-Salze,
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Die verschiedenen Praxis-Tips dürften für jeden naturheilkundlich
tätigen Zahnarzt (und nicht nur für ihn) eine echte Bereicherung
sein.
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In jeder Buchhandlung, beim Spitta-Verlag direkt oder bei Amazon
erhältlich.
Näheres: www.literatur-drvolkmer.de
Dietrich
Volkmer, Jenseits der Molaren - Zahnmedizin oder Zahn-Heilkunde,
ISBN 9783837058468 Books on Demand, 2008, 22.50 EUR
Dieses Buch
ist die völlig überarbeitete und an den Stand der Zeit
angepasste Neuauflage des gleichnamigen Buches, das vor 20 Jahren
erschien. Ein Buch zum Nach-Denken und zum Um-Denken.
Von seiner Thematik ist es für Patienten und Fachleute gleichermassen
interessant und hilfreich. Näheres: www.literatur-drvolkmer.de
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Wichtige
Literatur
Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen Praxis >>>
Homöopathie - die
sanfte
(Zahn)Heilkunde >>>
Herd, Focus, Störfeld
>>>
Zähne natürlich
gesund erhalten >>>
Für
Fortgeschrittene und psychologisch Interessierte:
Mars im Spiegel - Mythologisch-biss-liche Betrachtungen >>>
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