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Dr. Dietrich Volkmer, Am Haag 13, 65812 Bad Soden / Taunus
Tel 06196 - 29919
   
Chronische Pulpitis - das unerkannte Problem der Zahnmedizin
 

Der Anlass zu diesem Artikel ist ein Thema, das mich in meiner Praxis in zunehmendem Masse
beschäftigt. Da der Schwerpunkt meiner Tätigkeit auf dem naturheikundlich-ganzheitlichen Sektorliegt, vergeht kaum ein Tag, ohne dass mindestens ein Patient mit einer entsprechenden Vorgeschichte zu mir kommt.

Das Problem besteht darin, dass Schmerzen an irgendeinem Zahn, meist nach einer Überkronung
oder einer Inlay-Versorgung (Keramik oder Gold), bestehen, ohne dass der behandelnde Zahnarzt röntgenologisch etwas sieht oder nachweisen kann. Ein Symptom taucht immer wieder auf:
Der Patient gibt an, auf diesem Zahn oder dieser Brücke nicht mehr kauen zu können. Sobald etwas
Härteres, schlimmstenfalls sogar Salat, zwischen die Zahnreihen kommt, tritt der Schmerz auf.
Sämtliche Einschleifmassnahmen bis hin zur fatalen Nonokklusion führen zu keinem Erfolg.
Schließlich vermeidet der Patient die Kauseite mit dem teuren neuen Werkstück. Weitere
Symptome sind: Schmerzempfindlichkeit bei Kälte oder (als ernsteres Signal) auch bei Wärme.

Mal Hand aufs Herz, verehrte(r) Leser(in), ist Ihnen so etwas noch nie passiert? Ich bin jedenfalls
so ehrlich und gestehe: Mir ist es aus Unwissen heraus früher auch passiert. Bis wir dann
irgendwann mit geeigneten Prophylaxe-Massnahmen dieses leidige Geschehen fast eliminieren
konnten.
Was ist nun der Hauptgrund für diese Beschwerden?
Es liegt in allen Fällen eine mehr oder weniger starke chronische Pulpitis vor.

Histologie / Pathologie

Wenn in diesem Bericht von der chronischen Pulpitis die Rede ist, dann handelt es sich um
die sog. Pulpitis chronica clausa, also die geschlossene Form, die keine direkte Öffnung nach
aussen aufweist.
Je nach Grad der chronischen Veränderung zeigen sich vereinzelte oder multiple Abszesse,
die sich aber von akuten Abszessen durch eine mehr oder weniger stark ausgebildete
bindegewebige Membran unterscheiden. Diese Abszeß-Membran entwickelt sich aus dem Granulationsgewebe, das den Abszeß gegen die nichtveränderte Umgebung abgrenzt (Taatz).

Die chronische Entzündung kann sich aus einer akuten Form entwickeln, wenn z.B. das
Kräfteverhältnis Organismus - Bakterien sich zugunsten des ersteren ändert, ohne dass
das Gewebe die Fähigkeit hat, die Bakterien vollständig zu überwinden (Schug-Kösters).
Diese Betrachtungen mögen für unsere Zwecke genügen.

 Diagnostik

Es ist bekannt,daß es sich hierbei um eines der schwierigsten Kapitel handelt. So weist Greth
(zit. nach Schug-Kösters) daraufhin, dass klinische Symptome der Pulpitis bei den
verschiedensten histologischen Krankheitsbildern , ja sogar bei normaler Pulpa vorkommen
können und umgekehrt, Pulpen mit nachweisbar pathologischen Veränderungen überhaupt
keine Beschwerden oder nur geringfügige zeigen.
Vor diesem Dilemma stehen wir, wenn ein Patient mit den oben geschilderten Symptomen vor uns
im Stuhl sitzt. Welche Möglichkeiten der Diagnose besitzen wir nun:

  • Histologische Untersuchung (für den Patienten in der Regel alles andere als erfreulich,
    da es ihm nichts mehr nützt)
  • Elektroakupuktur nach Dr. Voll
  • Es besteht die Möglichkeit mit Hilfe des Reizstromtestes nach Kramer den Zustand
    des einzelnen Odontons zu testen
  • VEGAtest-Verfahren
  • .Mit einem sog. Vortest-Testsatz ist das Vorhandensein einer chronischen Pulpitis
    generell und mit einem weiteren Zusatzverfahren, Filtern genannt, sind die einzelnen
    Zähne relativ schnell ermittelbar.

Entstehung

Wie kann es zu einer chronischen Pulpitis kommen?Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Tiefe Karies
  • Reize durch unzweckmäßige Füllungen bzw durch Füllungen mit unzureichende
    Unterfüllung
  • Die Hauptursache (in fast 80% der Fälle) für chronische Pulpitiden ist
    jedoch das Präparationstrauma
    .
    Es wird zu hochtourig beschliffen und die anschliessende Nachsorge ist ungenügend.
    Das Präparation mit der Turbine, besonders im Dentin, bewirkt eine Art Sog auf die Odontoblasten. Dadurch wiederum entstehen irreversible Schäden an der Pulpa. Es
    dürfte ungefähr den Tatsachen entsprechen, dass unter 50% der beschliffenen Zähne
    eine chronische Pulpitis vorzufinden ist.

Auswirkungen

Aus schulmedizinischer Sicht mag das alles nicht so gravierend sein, besonders wenn der Patient
nichts an diesen Zähnen spürt. Aus genzheitlich-biologischer Sicht ist das Problem jedoch wesentlich schwerwiegender.

Nach den Forschungen Pischingers ist die Pulpa ein Bestandteil des überall im Körper vorhandenen Bindegewebes oder Mesenchyms. Dieses Gewebe ist der Träger der Lebensfunktionen der Parenchymzellen, da es eine Art Transitstrecke für alle Nährstoffe
sowie die nervalen und hormonellen Informationen ist. Je mehr Störfaktoren in diesem Gesamtgewebe vorhanden sind, desto mehr befindet sich der Organismus in einer Art Dauerstress, da er bestrebt ist, diese Belastungen ständig abzuschirmen. Jeder chronische
Prozess stellt so etwas dar wie einen Grabenkampf, in dem von beiden Seiten eine Dominanz angestrebt wird. Je mehr Störfelder, und jedes Störfeld ist ein Dauerstressor, in einem
Menschen vorhanden sind, desto mehr verschwendet er seine Vis vitalis, seine Lebenskraft,
für im Grunde überflüssige Dinge.

Neben den mehr oder weniger unspezifischen Auswirkungen auf den Gesamtorganismus
kommt noch die spezifische Auswirkung hinzu. Seit den empirischen Untersuchungen von
Voll und Kramer wissen wir um die Auswirkungen der Zähne auf die Akupunktur-Meridiane,
d.h. jeder Zahn hat bestimmte Beziehungen zu sämtlichen Organen, Drüsen, Wirbelsäulenabschnitten etc, die zu einem Meridian gehören. Voll nannte es damals
„Energetische Wechselwirkungen", aus heutiger Sicht erscheint mir der Begriff
„Resonanzketten" zeitgemässer. Eine chronische Pulpitis in einem Zahn kann somit die
zugehörigen Organe etc ständig im Sinne einer Dauerstörung belasten. In der klassischen
Medizin wird dann zumeist am erkrankten Organ therapiert, ohne aber den Mitschuldigen
zu kennen. Ein überkronter Eckzahn mit einer ausgeprägten chronischen Pulpitis kann
demzufolge Auswirkungen am Auge auf der entsprechenden Seite haben, die den Patienten
in eine meist erfolglose Behandlung zum Augenarzt führen oder es besteht, besonders
bei Frauen, eine Irritation der Tätigkeit der Gallenblase.

Neben diesen Erkenntnissen gibt es noch einen für Zahnärzte ausserordentlich wichtigen
Aspekt: Liegt im Organismus eine Störung eines Organs vor, so wird der Zahn, der mit
diesem Organ korreliert, also auf der gleichen Resonanzkette liegt, bei einer
Präparations-Tortur wesentlich eher und schneller zu degenerativen Erscheinungen
tendieren als ein Zahn, der keine „Fremdbelastung" aufweist. Diese Auswirkungen
zeigen sich besonders intensiv bei den oberen Molaren, wenn die zugehörigen Organe
Pankreas, Magen, Schilddrüse oder Nebenschilddrüse erkrankt sind.

Daher erscheint es mir für den Zahnarzt unerlässlich, vor irgendwelchen Massnahmen
immer eine Allgemeinanamnese zu erheben bzw. im Zweifel einen Arzt / Zahnarzt zur
Konsultation hinzuziehen, der mit energetischen Testmethoden arbeitet.

 

Prophylaxe

In einer Zeit, in der Allergien und chronische Erkrankungen stark zunehmen, scheint mir der
Zahnarzt einen wichtigen Part bei der Prophylaxe zu spielen. Ohne auf die bereits immer wieder
angesprochen Belastungen durch Amalgam, Palladium, Kunststoffe, um nur einige zu nennen,
einzugehen, ist m.E. auch ein avitaler Zahn (neben den bereits geschilderten Auswirkungen)
mit seinen Eiweisszerfallsprodukten ein allergiedisponierender Faktor. Da bei einer chronischen
Pulpitis immer die Gefahr des Abgleitens in eine Gangrän / akute Phase möglich ist, muss die
Prophylaxe des Zahnarztes direkt während der Präparation und in der Nachsorgephase
einsetzen. Die Konsequenzen sind: Keine Turbine für die Präparation und nach dem Beschleifen
eine Touchierung der Dentinwunde mit geeigneten Präparaten.

Für diese Touchierung hat sich folgende Kombination bewährt:

Pulpa dentis suis Injeel Heel Ampullen
Traumeel S Tabl Heel    
 
     
(Wegen Veränderungen der  Firmenprodukte neue Komposition s. Buch Homöopathie
       
und Buch über Schmerz-Therapie u. Zahn-Heilkunde)                                            
                                                                         
Die Tabletten in einem Mörser oder Dappenglas zu Pulver zerreiben, mit etwas Calxyl, dem 
Ampulleninhalt und physiologischer Kochsalzlösung zu einem Brei verrühren und direkt 
nach der Präparation auf den beschliffenen Zahn auftragen. Ungefähr 5 Minuten einwirken
lassen und dann vorsichtig mit Watte entfernen.

Behandlung der chronischen Pulpitis

Nach meinen Erfahrungen handelt es sich dabei um eines der schwierigsten und langwierigsten
Probleme, da ja bereits organische Veränderungen kleineren oder größeren Ausmaßes vorliegen.

Die einzige Möglichkeit in derartigen Fällen ist eine relativ umfassende Therapie mit Pulpa-
Organpräparaten der Firmen Wala, Staufen-Pharma oder Heel, mit Einzel- und Komplex-
Homöopathika, mit Nosoden und zahnspezifischen Heilmitteln (Remediaplexe 1 - 8 Kairos
Remedia).
Zusätzlich muss man immer noch Methoden der biophysikalischen Medizin (Mora-Therapie, Bioresonanz-Therapie, Farbtherapie etc) und intraorale Neuraltherapie einsetzen.

In solchen Fällen ist natürlich das Austesten der Heilmittel zu empfehlen. Meistens sind bei
der Wahl der Organpräparate mehrere Potenzen der Fa Wala notwendig.
Der Patient sollte immer darauf hingewiesen werden, dass eine Besserung nicht so schnell zu
erwarten ist, wobei man allerdings das Prinzip Hoffnung auch durchschimmern lassen sollte.

Leider muss ich zugeben, dass auch damit nur etwa 50% der chronischen Pulpitiden innerhalb
eines überschaubaren Zeitrahmens in einen Zustand zu überführen sind, in dem sie nicht mehr
als Störfaktor zu testen sind.

Fazit

Der vorliegende Artikel soll, ohne auf die letzten Feinheiten einzugehen, auf ein Thema
aufmerksam machen, das tagtäglich in zahnärztlichen Praxen vorkommt. Viel Zeit und viel
Frust könnten vermieden werden, wenn man um dieses Problem weiss und prophylaktische
Massnahmen ergreift, auf dass es nicht zum Ernstfall kommt.

Literatur zu diesem Thema
D. Volkmer Homöopathie - die sanfte Zahn-Heilkunde >>>

D. Volkmer; Herd, Focus, Störfeld >>>

D. Volkmer Schmerz-Therapie und Biologische Zahn-Heilkunde, CoMed Verlag, 1999 >>>

 
 
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