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Der Anlass zu diesem Artikel
ist ein Thema, das mich in meiner Praxis in zunehmendem Masse
beschäftigt. Da der Schwerpunkt meiner Tätigkeit auf dem naturheikundlich-ganzheitlichen
Sektorliegt, vergeht kaum ein Tag, ohne dass mindestens ein Patient
mit einer entsprechenden Vorgeschichte zu mir kommt.
Das Problem besteht darin, dass Schmerzen
an irgendeinem Zahn, meist nach einer Überkronung
oder einer Inlay-Versorgung (Keramik oder Gold), bestehen, ohne
dass der behandelnde Zahnarzt röntgenologisch etwas sieht oder nachweisen
kann. Ein Symptom taucht immer wieder auf:
Der Patient gibt an, auf diesem Zahn oder dieser Brücke nicht mehr
kauen zu können. Sobald etwas
Härteres, schlimmstenfalls sogar Salat, zwischen die Zahnreihen
kommt, tritt der Schmerz auf.
Sämtliche Einschleifmassnahmen bis hin zur fatalen Nonokklusion
führen zu keinem Erfolg.
Schließlich vermeidet der Patient die Kauseite mit dem teuren neuen
Werkstück. Weitere
Symptome sind: Schmerzempfindlichkeit bei Kälte oder (als ernsteres
Signal) auch bei Wärme.
Mal Hand aufs Herz, verehrte(r) Leser(in),
ist Ihnen so etwas noch nie passiert? Ich bin jedenfalls
so ehrlich und gestehe: Mir ist es aus Unwissen heraus früher auch
passiert. Bis wir dann
irgendwann mit geeigneten Prophylaxe-Massnahmen dieses leidige Geschehen
fast eliminieren
konnten.
Was ist nun der Hauptgrund für diese Beschwerden?
Es liegt in allen Fällen eine mehr oder weniger starke chronische
Pulpitis vor.
Histologie / Pathologie
Wenn in diesem Bericht von der chronischen
Pulpitis die Rede ist, dann handelt es sich um
die sog. Pulpitis chronica clausa, also die geschlossene Form, die
keine direkte Öffnung nach
aussen aufweist.
Je nach Grad der chronischen Veränderung zeigen sich vereinzelte
oder multiple Abszesse,
die sich aber von akuten Abszessen durch eine mehr oder weniger
stark ausgebildete
bindegewebige Membran unterscheiden. Diese Abszeß-Membran entwickelt
sich aus dem Granulationsgewebe, das den Abszeß gegen die nichtveränderte
Umgebung abgrenzt (Taatz).
Die chronische Entzündung kann sich
aus einer akuten Form entwickeln, wenn z.B. das
Kräfteverhältnis Organismus - Bakterien sich zugunsten des ersteren
ändert, ohne dass
das Gewebe die Fähigkeit hat, die Bakterien vollständig zu überwinden
(Schug-Kösters).
Diese Betrachtungen mögen für unsere Zwecke genügen.
Diagnostik
Es ist bekannt,daß es sich hierbei
um eines der schwierigsten Kapitel handelt. So weist Greth
(zit. nach Schug-Kösters) daraufhin, dass klinische Symptome
der Pulpitis bei den
verschiedensten histologischen Krankheitsbildern , ja sogar bei
normaler Pulpa vorkommen
können und umgekehrt, Pulpen mit nachweisbar pathologischen Veränderungen
überhaupt
keine Beschwerden oder nur geringfügige zeigen.
Vor diesem Dilemma stehen wir, wenn ein Patient mit den oben geschilderten
Symptomen vor uns
im Stuhl sitzt. Welche Möglichkeiten der Diagnose besitzen wir nun:
- Histologische Untersuchung (für
den Patienten in der Regel alles andere als erfreulich,
da es ihm nichts mehr nützt)
- Elektroakupuktur nach Dr. Voll
- Es besteht die Möglichkeit mit
Hilfe des Reizstromtestes nach Kramer den Zustand
des einzelnen Odontons zu testen
- VEGAtest-Verfahren
- .Mit einem sog. Vortest-Testsatz
ist das Vorhandensein einer chronischen Pulpitis
generell und mit einem weiteren Zusatzverfahren, Filtern genannt,
sind die einzelnen
Zähne relativ schnell ermittelbar.
Entstehung
Wie kann es zu einer chronischen Pulpitis
kommen?Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Tiefe Karies
- Reize durch unzweckmäßige Füllungen
bzw durch Füllungen mit unzureichende
Unterfüllung
- Die Hauptursache (in
fast 80% der Fälle) für chronische Pulpitiden ist
jedoch das Präparationstrauma.
Es wird zu hochtourig beschliffen und die anschliessende Nachsorge
ist ungenügend.
Das Präparation mit der Turbine, besonders im Dentin, bewirkt
eine Art Sog auf die Odontoblasten. Dadurch wiederum entstehen
irreversible Schäden an der Pulpa. Es
dürfte ungefähr den Tatsachen entsprechen, dass unter 50% der
beschliffenen Zähne
eine chronische Pulpitis vorzufinden ist.
Auswirkungen
Aus schulmedizinischer Sicht mag das
alles nicht so gravierend sein, besonders wenn der Patient
nichts an diesen Zähnen spürt. Aus genzheitlich-biologischer Sicht
ist das Problem jedoch wesentlich schwerwiegender.
Nach den Forschungen Pischingers
ist die Pulpa ein Bestandteil des überall im Körper vorhandenen
Bindegewebes oder Mesenchyms. Dieses Gewebe ist der Träger der
Lebensfunktionen der Parenchymzellen, da es eine Art Transitstrecke
für alle Nährstoffe
sowie die nervalen und hormonellen Informationen ist. Je mehr
Störfaktoren in diesem Gesamtgewebe vorhanden sind, desto mehr
befindet sich der Organismus in einer Art Dauerstress, da er bestrebt
ist, diese Belastungen ständig abzuschirmen. Jeder chronische
Prozess stellt so etwas dar wie einen Grabenkampf, in dem von
beiden Seiten eine Dominanz angestrebt wird. Je mehr Störfelder,
und jedes Störfeld ist ein Dauerstressor, in einem
Menschen vorhanden sind, desto mehr verschwendet er seine Vis
vitalis, seine Lebenskraft,
für im Grunde überflüssige Dinge.
Neben den mehr oder weniger unspezifischen
Auswirkungen auf den Gesamtorganismus
kommt noch die spezifische Auswirkung hinzu. Seit den empirischen
Untersuchungen von
Voll und Kramer wissen wir um die Auswirkungen der
Zähne auf die Akupunktur-Meridiane,
d.h. jeder Zahn hat bestimmte Beziehungen zu sämtlichen Organen,
Drüsen, Wirbelsäulenabschnitten etc, die zu einem Meridian gehören.
Voll nannte es damals
Energetische Wechselwirkungen", aus heutiger Sicht
erscheint mir der Begriff
Resonanzketten" zeitgemässer. Eine chronische Pulpitis
in einem Zahn kann somit die
zugehörigen Organe etc ständig im Sinne einer Dauerstörung belasten.
In der klassischen
Medizin wird dann zumeist am erkrankten Organ therapiert, ohne
aber den Mitschuldigen
zu kennen. Ein überkronter Eckzahn mit einer ausgeprägten chronischen
Pulpitis kann
demzufolge Auswirkungen am Auge auf der entsprechenden Seite haben,
die den Patienten
in eine meist erfolglose Behandlung zum Augenarzt führen oder
es besteht, besonders
bei Frauen, eine Irritation der Tätigkeit der Gallenblase.
Neben diesen Erkenntnissen gibt es
noch einen für Zahnärzte ausserordentlich wichtigen
Aspekt: Liegt im Organismus eine Störung eines Organs vor, so
wird der Zahn, der mit
diesem Organ korreliert, also auf der gleichen Resonanzkette liegt,
bei einer
Präparations-Tortur wesentlich eher und schneller zu degenerativen
Erscheinungen
tendieren als ein Zahn, der keine Fremdbelastung" aufweist.
Diese Auswirkungen
zeigen sich besonders intensiv bei den oberen Molaren, wenn die
zugehörigen Organe
Pankreas, Magen, Schilddrüse oder Nebenschilddrüse erkrankt sind.
Daher erscheint es mir für den Zahnarzt
unerlässlich, vor irgendwelchen Massnahmen
immer eine Allgemeinanamnese zu erheben bzw. im Zweifel einen
Arzt / Zahnarzt zur
Konsultation hinzuziehen, der mit energetischen Testmethoden arbeitet.
Prophylaxe
In einer Zeit, in der Allergien und
chronische Erkrankungen stark zunehmen, scheint mir der
Zahnarzt einen wichtigen Part bei der Prophylaxe zu spielen. Ohne
auf die bereits immer wieder
angesprochen Belastungen durch Amalgam, Palladium, Kunststoffe,
um nur einige zu nennen,
einzugehen, ist m.E. auch ein avitaler Zahn (neben den bereits geschilderten
Auswirkungen)
mit seinen Eiweisszerfallsprodukten ein allergiedisponierender Faktor.
Da bei einer chronischen
Pulpitis immer die Gefahr des Abgleitens in eine Gangrän / akute
Phase möglich ist, muss die
Prophylaxe des Zahnarztes direkt während der Präparation und in
der Nachsorgephase
einsetzen. Die Konsequenzen sind: Keine Turbine für die Präparation
und nach dem Beschleifen
eine Touchierung der Dentinwunde mit geeigneten Präparaten.
Für diese Touchierung hat sich folgende
Kombination bewährt:
Pulpa dentis suis Injeel Heel Ampullen
Traumeel S Tabl Heel
(Wegen
Veränderungen der Firmenprodukte
neue Komposition s.
Buch Homöopathie
und
Buch über Schmerz-Therapie u. Zahn-Heilkunde)
Die Tabletten
in einem Mörser oder Dappenglas zu Pulver zerreiben, mit etwas Calxyl,
dem
Ampulleninhalt und physiologischer Kochsalzlösung zu einem Brei
verrühren und direkt
nach der Präparation auf den beschliffenen Zahn auftragen. Ungefähr
5 Minuten einwirken
lassen und dann vorsichtig mit Watte entfernen.
Behandlung der chronischen
Pulpitis
Nach meinen Erfahrungen handelt es
sich dabei um eines der schwierigsten und langwierigsten
Probleme, da ja bereits organische Veränderungen kleineren oder
größeren Ausmaßes vorliegen.
Die einzige Möglichkeit in derartigen
Fällen ist eine relativ umfassende Therapie mit Pulpa-
Organpräparaten der Firmen Wala, Staufen-Pharma oder Heel, mit Einzel-
und Komplex-
Homöopathika, mit Nosoden und zahnspezifischen Heilmitteln (Remediaplexe
1 - 8 Kairos
Remedia).
Zusätzlich muss man immer noch Methoden der biophysikalischen Medizin
(Mora-Therapie, Bioresonanz-Therapie, Farbtherapie etc) und intraorale
Neuraltherapie einsetzen.
In solchen Fällen ist natürlich das
Austesten der Heilmittel zu empfehlen. Meistens sind bei
der Wahl der Organpräparate mehrere Potenzen der Fa Wala notwendig.
Der Patient sollte immer darauf hingewiesen werden, dass eine Besserung
nicht so schnell zu
erwarten ist, wobei man allerdings das Prinzip Hoffnung auch durchschimmern
lassen sollte.
Leider muss ich zugeben, dass
auch damit nur etwa 50% der chronischen Pulpitiden innerhalb
eines überschaubaren Zeitrahmens in einen Zustand zu überführen
sind, in dem sie nicht mehr
als Störfaktor zu testen sind.
Fazit
Der vorliegende Artikel soll, ohne
auf die letzten Feinheiten einzugehen, auf ein Thema
aufmerksam machen, das tagtäglich in zahnärztlichen Praxen vorkommt.
Viel Zeit und viel
Frust könnten vermieden werden, wenn man um dieses Problem weiss
und prophylaktische
Massnahmen ergreift, auf dass es nicht zum Ernstfall kommt.
Literatur zu diesem Thema
D. Volkmer Homöopathie - die sanfte Zahn-Heilkunde >>>
D. Volkmer; Herd, Focus,
Störfeld >>>
D. Volkmer Schmerz-Therapie und Biologische Zahn-Heilkunde, CoMed
Verlag, 1999 >>>
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